Gedanken an mein Kind

Archiv für November, 2013

Dancing in the Dark

Die letzten Tage warst du relativ ruhig in meinem Bauch. Ab und zu spürte ich mal einen Tritt von dir oder spürte, wie sich dein ganzer Körper oder dein Dickkopf gegen den Bauch drückte, aber alles eher selten. Gestern bei der Vorsorge war ich entsprechend erleichtert, als die Hebamme deine kräftigen, regelmäßigen Herzschläge hören konnte.

Ich glaube, du hast diese Ruhephase gebraucht, um richtig Kraft zu schöpfen. Denn als ich heute im Kino war, hast du die kompletten 2 Stunden in meinem Bauch getanzt. Da war nix mehr mit nur ab und zu. Da war durchgängig Party.

Es war das perfekte Rahmenprogramm für den großartigen Film heute. Danke 🙂

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Lullaby

Es sind nun schon einige Monate vergangen, seit ich von deiner Existenz erfahren habe und trotzdem will sich dieses Gefühl des ungeduldigen Wartens nicht einstellen. Während die meisten anderen Schwangeren, was ich so zumindest aus Foren und Gesprächen erfahre, schon längst angefangen haben, nach Klamotten, Kinderwagen, Wickeltaschen, Betten und sonstigem Kram zu suchen, bin ich überhaupt noch nicht in diesem Babyfieber. Vielleicht spielt da unterbewusst noch die Angst eine Rolle, dass du uns auch wieder vorzeitig verlässt, vielleicht denke ich aber auch nur, dass wir ja noch ganz viel Zeit haben, alles für dich vorzubereiten.

Um aber dennoch endlich einen Anfang zu machen, habe ich vor einigen Wochen eine Spieluhr in Form eines kleines Äffchens gekauft. Diese Spieluhr lege ich jeden Abend auf meinen Bauch und ziehe sie zweimal auf. Danach nehme ich das Äffchen und kuschel es mir in den Arm und schlafe damit ein. Ich hoffe, dass du das Lied im Bauch hören kannst und dass es dich, wenn du auf der Welt bist, an deine behütete Zeit im Bauch erinnert und dich beruhigt. Außerdem hoffe ist, dass dir mein Geruch zusätzlich helfen wird, dich nach der Geburt in der neuen Umgebung zurecht zu finden oder wenigstens vertraute Gerüche um dich zu haben.

Ich weiß nicht, ob du das Lied jetzt schon hören kannst, bilde mir aber gerne ein, dass du danach immer eine extra Runde im Bauch strampelst 🙂

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Meanwhile

Der positive Schwangerschaftstest ist jetzt 5 Monate her. Du begleitest mich also seit 5 Monaten in meinem Körper und in meinen Gedanken. Du warst dabei, als wir deinen Großeltern die Neuigkeiten verkündeten. Du warst auch dabei, als wir 3 Wochen lang den Südwesten Englands erkundeten. Du hast mit mir Geburtstag gefeiert.

Du bist der Grund, warum mir meine Hosen nicht mehr passen und meine T-Shirts alle zu kurz sind. Weshalb ich aufgrund der Vielzahl der Medikamente, die ich derzeit nehme, und die vielen Gespräche über die kleinen und großen Wehwehchen jetzt schon die Aufnahmeprüfung für jedes Altersheim bestanden habe.

Du bist die Ursache, dass mein Bauch manchmal ziemlich verbeult aussieht. Ich anscheinend grundlos lächle, weil du wieder Schluckauf hast. Warum unsere Katzen in letzter Zeit besonders anhänglich sind und am liebsten auf meinem Bauch schlafen, während ich immer wieder mal überhaupt nicht schlafen kann.

Du stellst also schon unser Leben auf den Kopf, bevor du überhaupt auf der Welt bist. Und genau so soll es sein 🙂

In the Beginning

Alle großen Geschichten haben einen Anfang, und diese Geschichte hier beginnt mit zwei rosa Streifen, einer davon hauchzart, der andere kräftig.

Ich hatte ja schon seit einigen Tagen eine Ahnung, es gab diverse Anzeichen, dass ich meinen Körper nicht länger für mich allein hatte. Aber Zeichen können trügen und vielleicht gaukelte mir mein Unterbewusstsein und meine eigene Sehnsucht einfach nur was vor, weswegen ich eines Abends nach der Arbeit auf dem Heimweg einen kurzen Abstecher in eine Drogerie machte. Ich wusste mittlerweile, wo die Tests stehen und hatte mich schon vor längerer Zeit für eine bestimmte Marke entschieden und so dauerte auch dieser Kauf nicht lange.

Auf dem Heimweg überlegte ich, wann ich denn den Test machen soll. Gleich sofort wenn ich nach Hause komme oder sollte ich doch lieber bis zum nächsten Morgen warten, weil dann das Ergebnis zuverlässiger ist? Aber ich bin doch so neugierig, würde ich denn wirklich noch eine ganze Nacht durchhalten? Ich entschied mich letztendlich für die morgendliche Option.

Und wurde belohnt mit rosa Streifen. 🙂

Seitdem überbrücke ich die Wartezeit mit ganz vielem Denken an dich, auf dich aufpassen und in Gedanken mit dir reden. Von diesen Gedanken möchte ich dir in Zukunft berichten.

ss