Gedanken an mein Kind

Archiv für Oktober, 2014

Grab It

Derzeit interessierst du dich für alles in deiner direkten Umgebung. Sobald etwas in deiner Reichweite liegt, grabschst du danach, ziehst es an dich heran und stopfst es dir in den Mund. Egal, ob es ein Beißring, ein Stofftier oder ein Papiertaschentuch ist. Bei letzteren beschwerst du dich nach kurzer Zeit über diese doofen Fusseln in deinem Mund.

Ein besonderer Spaß ist es aber beim Wickeln. Ans Kopfende lege ich immer die Sachen, die ich dir anziehen will. Kaum liegst du auf dem Wickeltisch, drehst du dich zur Seite und angelst irgend ein Teil vom Kopfende und schwupps, schon ist es im Mund und wird hemmungslos vollgesabbert. Damit kann ich ganz gut leben, nur leider erwischst du beim Angeln die Wickelunterlage und wickelst dich beim in den Mund stopfen regelrecht darin ein, was den eigentlichen Akt des Windelwechselns ungleich erschwert.

Ganz schlimm ist es allerdings, wenn du deinen Body oder den Strampler erwischst, denn du gerade an hast. Dann darf ich dir den nämlich erst mal sanft aus den Fingern und den Mund puhlen und du hast schon ganz schön Kraft in deinen kleinen Fingern ❤

Long Way Down

Heute beim Windeln wechseln ist mir die Box mit den Feuchttüchern abgestürzt, einfach so über den Rand der Wickelkommode gerutscht. Es hat ordentlich gepoltert und du hast fasziniert der Box hinterher geschaut. In deinem Blick konnte ich Überraschung, aber auch Belustigung ablesen, was wiederum mich sehr amüsierte.

Den gleichen Blick gab es dann später noch einmal, als deine Rasselkette sich unerwartet auf den Weg zum Boden machte. Einfach nur herrlich 🙂

Not A Happy Camper

Seit zwei Tagen bist du wieder recht unleidlich und ich weiß leider nicht, warum. Du willst gefühlt ständig an die Brust, obwohl du kaum trinkst, du weinst und schreist viel und lässt dich kaum beruhigen. Selbst langes Kuscheln ist derzeit doof.

Ich vermute – mal wieder – die Zähne und so langsam wird es ja auch Zeit. Ich hoffe, das Thema ist bald durch, meine Nerven sind es auf jeden Fall jetzt schon 😦

Nachtrag: Es gab seit langer Zeit mal wieder ein Zäpfchen und schon ist das kleine, ausgeglichene Mädchen, welches ausgiebig an einem Horn ihrer Plüschgiraffe lutscht und durch das Laufgitter robbt, da 🙂

One small step for mankind, one giant leap for you!

Die drei Wochen Urlaub in Italien haben dir richtig gut getan und du hast in dieser Zeit einen riesigen Satz in deiner Entwicklung gemacht.

Du kannst dich jetzt problemlos auf den Bauch drehen und wieder zurück. Wenn du auf dem Bauch liegst, quengelst du nicht mehr sofort, sondern stützt dich auf deine Arme auf, schiebst dich so hoch du kannst und schaust dich neugierig um. Du greifst bewusst nach Spielzeug und wenn es ein wenig weiter weg liegt, dann robbst du seitwärts zu ihm hin.

Du schreist bei Ungemach nicht mehr sofort los, sondern versuchst, dich zuerst selbst zu beruhigen, in dem du vor dich hin brabbelst oder dir etwas zur Ablenkung suchst, ein Plüschtier oder irgend etwas anderes, auf dem du nach Herzenslust herum katschen kannst.

Du bist viel länger wach. Gerade im Urlaub, wo ich dich viel getragen habe und du beim Tragen sonst fast immer sofort eingeschlafen bist, hast du dich stundenlang umgeschaut und neugierig deine Umgebung in dich aufgesogen. Andere Menschen faszinieren dich. Wenn sie dich anschauen, Grimassen schneiden oder mit dir reden, dann schaust du neugierig zu, lächelst sie strahlend an, bevor du ein wenig schüchtern den Kopf auf meine Brust legst.

Durch die räumlichen Gegebenheiten musstest du alleine in deinem Babybett schlafen statt wie gewohnt neben mir zu liegen und meine Hand zu halten. Dir hat das anscheinend überhaupt nichts ausgemacht, du hast nicht ein einziges Mal gequengelt, sondern bist, obwohl wir dich wach ins Bett gelegt haben, kurze Zeit später einfach eingeschlafen. Jetzt wieder zu Hause, haben wir gleich damit weiter gemacht und ich scheine wesentlich mehr Schwierigkeiten mit dem Alleine einschlafen zu haben als du. Ich vermisse es, deine Hand beim Einschlafen zu halten. Zum Glück wirst du meist irgendwann in der Nacht wach, ich hole dich ins große Bett und lege deine Hand in meine.

Du entwickelst langsam ein Interesse an Essen. Du stopfst wahllos alles in deinen Mund und wenn es ein Stückchen Brot ist (zum Glück haben die Italiener hartes Brot zum wunderbar drauf rum kauen), dann lutschst zu so lange daran herum, bis es völlig aufgeweicht ist und spuckst es wieder aus. Ich probiere es seit unserer Heimkehr mit Brei, aber auch das wird wieder hinaus befördert. Dabei machst du aber einen durchaus interessierten statt völlig abgeneigten Eindruck, so dass ich es einfach immer weiter probiere.

Mein Mädchen wird langsam groß ❤