Gedanken an mein Kind

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Wherever I may roam

Als ich heute morgen nach dir sehen wollte, um dich zu wecken, fand ich nur ein leeres Bett vor. Zuerst dachte ich noch, du hättest dich unter deiner großen Bettdecke versteckt, aber als ich sie anhob, war darunter nichts. Auch hinter deinem Bett warst du nicht und mehr Möglichkeiten gibt es in deinem Zimmer nicht.

Ich schaute im großen Bett nach, ob du eventuell zu Papa gekrabbelt bist, ohne dass ich es bemerkt hatte, aber auch da war mein Mädchen nicht.

Als letztes schaute ich im Wohnzimmer nach und siehe, dort hattest du dich auf die Couch gelegt, in die Decke gekuschelt und hast friedlich geschlafen.

Almost Human

Süße: „Mama, bist zu ein Zahnarzt?“

Mama: „Nein, ich bin kein Zahnarzt?“

Süße: „Dann bist du eine Polizei?“

Mama: „Nein, ich bin auch keine Polizistin.“

Süße: „Dann bist du ein Mensch.“

Mama: „Das bin ich. Und bist du auch ein Mensch?“

Süße: „Nein, ich bin kein Mensch.“

Mama: „Was bist du dann?“

Süße: „Ich bin ein Frosch. Quak! Quak!“

Nackedei

Ich habe keine Ahnung, woher du diese Vorliebe hast, aber du schläft am liebsten nackt. Mittlerweile habe ich es aufgegeben, dich abends in einen Schlafanzug zu stecken, du reißt ihn dir ja doch bloß wieder sofort vom Leib.

Und während ich es kuschlig warm im Bett brauche, um einschlafen zu können, liegst du selbst bei herbstlichen Temperaturen ohne Decke im Bett und scheinst dich nicht daran zu stören.

Happy Birthday!

Jetzt ist mein süßes kleines Mädchen schon 2 Jahre alt und die Zeit bis hierhin ist so schnell vergangen. Gerade machst du jeden Tag riesige neue Fortschritte. Deine Sprache wird immer besser, du lernst viele neue Worte und hast ganz generell Spaß am Sprechen. Du ahmst Tierstimmen nach, Katze – miau, Hund – wauwauwau, Pferd – hüüüa, Kuh – moooooh, Schaf – meeeeeh, Elefant – tötöööö.

Dein großer Bruder ist immer noch Bopau, ganz gleich wie oft wir dir den richtigen Namen vorsprechen. Du willst täglich mindestens drei Bücher vorgelesene bekommen, am liebsten von allen jedoch die Eule mit der Beule. Du wartest dann darauf, dass ich dich bei der Schlange streichel, du machst vorsorglich beim pustenden Fuchs die Augen zu und freust dich jedes Mal auf den Kuss der Eulenmama ❤

Du kannst schon größere Stücke aus den Duplo-Steinen bauen, lässt dir dabei aber gerne von deinem Bruder helfen. Du liebst deine Plüschtiere. Alle. Du kannst dich nicht entscheiden, welches du am liebsten hast. Mal ist es der Teddy, dann der Fuchs, dann der Drachen, dann die Puppe, mal die Katze oder der Schneemann. Unschlüssig stehst du jeden Abend da und überlegst, welches Plüschi du denn heute mit ins Bett nehmen sollst.

Du bist ein quengliger Esser. Erst willst du nicht in deinen Hochstuhl, dann nicht den Latz anziehen, dann dich nicht richtig hinsetzen, dann ist dir das Brot nicht recht, dann magst du die Wurstscheibe darauf nicht, dann muss die Banane in der richtigen Weise geschält werden, dann bist du nach 3 Bissen fertig, willst aber zwei Minuten später doch noch etwas haben. Wir haben das alles mit deinem Bruder schon durch, so schnell bringst du uns damit nicht aus der Fassung. Entweder du isst, was wir dir hinstellen und von dem wir wissen, dass du es grundsätzlich magst, oder du bleibst eben hungrig. Manchmal ist es ganz einfach 😉

Du wirst immer selbstständiger, doch abends muss unbedingt mit Mama gekuschelt werden. Wenn dies nicht lang genug war, dann schläfst du unruhig, wirst nach kurzer Zeit wach und kannst nur wieder einschlafen, wenn ich neben dir im Bett liege. So oder so holst du dir dein Kuschelpensum schon ab ❤ ❤ ❤

Meins, meins, meins!

Du hast mittlerweile entdeckt, dass du eine eigene Persönlichkeit bist. Wenn du in den Spiegel schaust, dann erkennst du dich. Du schleppst Plüschtiere durch die Gegend und machst dir Sorgen um sie. Du hast einen Schneemann als dein Lieblingsplüschi auserkoren und dieser darf bei keiner Unternehmung fehlen.

Vor allen Dingen aber hast du einen eigenen Willen entwickelt. Du siehst etwas, das du haben willst und verkündest dies lautstark. Mein Buch! Mein Keks! Meine Püppi*! Meine Mama!

Obwohl die Worte selbst mitunter noch recht schwer verständlich sind, finde ich es erstaunlich, dass du die Grammatik von „mein“ und „meine“ schon drauf hast. Ganz generell hast du ein gutes Sprachverständnis, kannst jedoch selber noch nicht so gut sprechen. Wenn wir von dir komplexe Dinge verlangen wie „komm her und bring das Buch und deine Wasserflasche mit“, dann verstehst du das. Dein von dir verwendeter Wortschatz ist allerdings sehr überschaubar: Buch, Keks, Mama, Opa, Oma, Papa, Sissi (Katze), Bopau (Bruder), Wasser. Mehr nicht. Ich vermute, dass dies mit dem chinesischen Kindergarten zusammenhängst, wo du ja quasi zweisprachig aufwächst und zweisprachige Kinder gerne mal später mit dem aktiven Sprechen anfangen, aber grundsätzlich ein besseres Sprachverständnis haben.

Ich jedenfalls verstehe dich immer, egal, wie vernuschelt die Wörter sind 🙂

*Ich finde das Wort „Püppi“ ganz furchtbar, weiß aber nicht, ob dies eine vernuschelte Form von „Plüschi“ ist, oder ob das die Erzieher im Kindergarten so gerne verwenden. Von uns hast du es definitiv nicht!

First Cut

Deine Oma wollte schon längere Zeit eine Haarlocke von dir zur Erinnerung. Von deinem großen Bruder hat sie bereits eine, aber deine Haarpracht war bislang nicht prächtig genug für ein solches Vorhaben.

An Weihnachten jedoch war es endlich soweit. Wir hatten ihr einen schönen kleinen Bilderrahmen geschenkt und sie musste nur noch die Locke abschneiden. Leider hinterließ dies eine etwas unschöne Lücke in deinem Nacken.

Letzte Woche beim Baden habe ich mit deswegen eine Schere geschnappt und diese Lücke begradigt. Zugleich habe ich ein wenig deinen Pony geschnitten, da es dort ein paar überlange Strähnchen gab, die dir in die Augen pieksten.

 

Snuggle

Du hast dir eine ungewöhnliche, aber sehr süße neue Angewohnheit zugelegt.

Abends, wenn ich dich fürs Bett fertig mache, komme ich an einen Punkt, bei dem du deinen Schlafanzug schon halb angezogen hast. Dann stecken deine Füße bereits im Anzug, aber du sitzt mit nacktem Oberkörper vor mir. Sobald ich den Schlafanzug hochziehe und so hinhalte, dass du deine Arme in die Ärmel stecken kannst, beugst du dich nach vorne und legst deinen Kopf an meine Schulter. Ich muss dir dann erst mal eine ganze Weile über den Rücken streicheln und erst, wenn du genug gestreichelt worden bist, richtest du dich wieder auf und steckst von ganz allein deine Arme in die Ärmel.

Ich finde das unglaublich liebenswert und könnte dich auch endlos streicheln ❤