Gedanken an mein Kind

Mama, Papa, Bob

Dein Wortschatz hat sich ein wenig erweitert. Mittlerweile kannst du Mama sagen, aber meinst damit relativ viele Dinge und nur ganz selten mal mich.

Papa benutzt du wesentlich treffsicherer. Wenn der Name fällt, drehst du dich automatisch zum Papa um. Du rennst auch manchmal zu ihm hin und sagst Papa, worüber er sich jedes Mal ganz besonders freut.

Deinen Bruder jedoch, den kennst du ganz genau. Und zwar als Bruder und als Bob. Du weißt, dass beide Begriffe zu ihm gehören, kannst aber selber nur so etwas ähnliches wie Bob sagen.

Dafür bist du aber nach wie vor der Weltmeister im Zeigen. Du bist so gut darin, dass du dich auch ganz ohne großen Wortschatz klar verständlich machen kannst. Und weil du dabei so unglaublich süß schauen kannst, komme ich deinen Aufforderungen auch jedes Mal nach, obwohl es doch eigentlich besser wäre, dich ein wenig mehr zum richtigen Sprechen zu animieren.

Aber das wird auch so kommen 🙂

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Aye

Normalerweise finden wir Babysprache generell doof und versuchen so oft wie möglich, mit dir in normalen, vollständigen Sätzen zu sprechen.

Allerdings schleichen sich doch immer wieder kleine Wörter ein, die vermutlich auf der ganzen Welt am Anfang der Sprachentwicklung stehen. Eines davon ist „ei“.

„Ei machen“ bedeutet jemanden zu streicheln oder ihm auf andere Weise seine Zuneigung zu zeigen. Du machst das besonders gerne bei den Katzen. Kaum erblickst du einen unserer Stubentiger stürmst du auf ihn los und sagst „ei“. Deine Hand ist schon erwartungsvoll ausgestreckt und manchmal schaffst du es sogar, eine Katze zu erwischen und dann wird geeit.

Typischerweise ist das ein nicht immer sanftes Patschen auf Katzenteile, die vom Hersteller nicht unbedingt dafür vorgesehen waren wie Nase, Pfoten oder Hinterteil. Deswegen enden deine Streichelversuche sehr häufig in der Flucht der Katze. Manchmal aber auch im Benutzen der felinen Verteidigungswerkzeuge (aka Krallen). Zum Glück treffen sie meist nur deine Hände und das auch nicht sehr toll.

Reicht aber, um blitzschnell vom Streichelmodus in den Schrei- und Tröstmodus zu wechseln. Obwohl das jetzt schon einige Male passiert ist, hindert dich das nicht daran, beim Anblick einer Katze umgehend wieder „ei“ zu rufen und die Hand auszustrecken.

Manchmal eist du auch deinen Bruder, doch der mag das Patschen auf seinem Kopf oder in seinem Gesicht nicht sonderlich und er protestiert dann häufig. Aber immerhin ohne Krallen 😉

Confused

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Erinnerst du dich noch an deine Spieluhr, den kleinen Affen? Jeden Morgen, wenn du gerade aufgewacht bist und wir noch ein wenig im Bett kuscheln, schnappst du dir den Affen, ziehst an seiner Banane und lauschst der Musik. Jedesmal freust du dich wie eine Schneekönigin und ziehst immer wieder an der Banane.

Ich liege neben dir und nenne dir die Affenteile: Affe – Banane – Arme – Beine – Augen – Ohren.

Bei „Augen“ drückst du deine kleinen Finger in die Affenaugen und bei „Ohren“ beißt du ihm in selbige.

Wenn es dann auf den Wickeltisch geht, steht dort die Spieluhr deines großen Bruders, ein Drache, den ich aber immer als Kuh sehe. Du weißt, dass die Drachenkuh ebenso Musik fabrizieren kannst, zeigst enthusiastisch darauf und rufst „Adde“, deine Version von „Affe“.

Tja, so schnell kann man unklare sprachliche Verknüpfungen im Kinderhirn erzeugen 😉

Point Me

Seit Kurzem zeigst du bewusst auf Gegenstände und willst wissen, wie sie heißen oder möchtest, dass ich sie anstupse und in Bewegung versetze.

Wenn ich dich frage, wo der Papa ist, dann drehst du dich um und zeigst auf ihn, begleitet von einem „ei“. Ganz optimistisch vermute ich, dass du uns damit sagen willst, dass du den Papa magst.

Ansonsten bist du die letzten Tage extrem kuschlig und kannst fast gar nicht mehr etwas alleine machen. Ich denke, nach den langen anstrengenden Kinderkrippentagen ist dein Kuschelakku leer und muss ganz dringend wieder aufgefüllt werden ❤

Blabla

Ein weiteres neues Wort und es bedeutet: Lampe!

Besser schaffst du es derzeit noch nicht, das Wort nachzusprechen.

Macht aber nichts, ich weiß trotzdem, was du willst.

Atze

Das ist also dein erstes Wort. Nicht Mama, nicht Papa, sondern (K)Atze.

Ansonstens verstehst du schon ganz viel und hörst uns aufmerksam zu. Wir sind immer wieder überrascht, wenn wir sagen „hol deine Schuhe“ und du läufst los und sammelst sie ein.

Wenn wir dich allerdings fragen „Wo ist die Mama?“, dann schaust du uns verständnislos mit deinen großen blauen Augen an. Bei den Katzen allerdings reagierst du sofort 🙂

Food To Go

Feste Nahrung war bei dir ja immer schon ein wenig schwierig. Du hast erst recht spät überhaupt etwas anderes als Milch gewollt und bist seit dem wählerisch, ob du Essen magst oder nicht.

So hattest du die ersten drei Wochen lang ordentlich 1 oder 2 Gläschen pro Tag gefuttert, dann aber von heute auf morgen jegliche Nahrung verweigert, nur noch die Brust gewollt. Nach 2 Monaten das gleiche Spielchen. Und jetzt schon wieder.

Nur mit einem Unterschied. Wenn ich dir jetzt Futter anbiete, dann nimmst du sie nur, wenn du dabei stehen oder herumlaufen kannst. Ich versuche dann, dir das Essen während des Laufens in den Mund zu schieben, ohne dabei das Ziel allzu sehr zu verfehlen oder bevor sich dein Mund wieder schließt und der Großteil der Nahrung vom Löffel rutscht und auf den Boden fällt.

Immerhin bin ich froh, dass du überhaupt etwas isst 🙂